Was bedeuten diese Angaben?

 

8.8 ….. JF …… was bedeuten diese Angaben auf Schraubenköpfen und Sechskantmuttern?

 

din-933-sechskantschraube-verzinkt-8-8
DIN 933 / ISO 4017 Sechskantschraube 8.8 Stahl verzinkt

 

…Gespräch mit einem Kunden…

Ein Kunde erzählte mir vor kurzem, dass er schon einmal völlig verzweifelt vor einem Schraubenregal im Baumarkt stand und nach diversen Sechskantschrauben und die dazu passenden Muttern und Scheiben gesucht hat.

Ihm kam es darauf an, das die Verbindungselemente für den geforderten Einsatz ausreichen und er hier nach dem befestigen kein blaues Wunder erlebt.

Leider werden im Handel oder im Baumarkt immer wieder Verbindungselemente verkauft, bei denen man nicht weiß, welche Qualität diese Teile haben oder woher diese stammen.

 

Hier möchte ich euch ein paar nützliche Infos an die Hand geben.

Die Kennzeichnung (z.B. 4.6 / 5.6 / 8.8 / 10.9 / 12.9 etc.) der Sechskant– und Innensechskantschrauben ab der Größe M5 erfolgt auf dem Schraubenkopf, auf dem das Herstellerkurzzeichen (in unserem Beispiel JF) und die Festigkeitsklasse angegeben sind, bei Schrauben aus nichtrostendem Stahl ( auch Edelstahl oder NIRO genannt) zusätzlich A2 oder A4.

Bei der vollständigen Bezeichnung werden alle relevanten Daten angegeben, ein Beispiel hierzu ist:

DIN 933 / ISO 4017 – M8 × 20 – 8.8 – A2E

Aus der Bezeichnung ist aufgrund der DIN 933 bzw. ISO-Norm ISO 4014 (metrisches ISO-Gewinde bzw. Regelgewinde) herauszulesen, dass es sich um eine Sechskantschraube mit Vollgewinde und einem Nenndurchmesser von 8 mm, sowie einer Länge von 20 mm und der folgend erklärten Festigkeitsklasse 8.8 handelt. Die Schraube hat einen galvanischen Überzug ( im Handel werden diese als verzinkte Schrauben bezeichnet) mit dem Überzugsmetall Zink (A), Schichtdicke 5 μm (2) mit Glanzgrad blank, keine Farbe (E); bezeichnet nach EN ISO 4042.

Aus der Festigkeitsklasse bei Stahlschrauben lassen sich die Zugfestigkeit Rm und die Streckgrenze Re errechnen. In unserem Beispiel die Festigkeitsklasse ( kurz Fkl. oder auch Güte genannt) 8.8:

Die Zugfestigkeit (Rm) wird errechnet, indem man die erste Zahl mit 100 multipliziert: 8 N/mm² × 100 = 800 N/mm² minimale Zugfestigkeit,
Die Streckgrenze (Re) wird errechnet, indem beide Zahlen miteinander multipliziert und das Ergebnis noch einmal mit zehn multipliziert: (8 × 8) N/mm² = 64 N/mm², 64 N/mm² × 10 = 640 N/mm² Mindeststreckgrenze.

In diesem Fall wird bei 80 % der Zugfestigkeit (hier beginnt die sog. Einschnürung der Schraube und die maximal übertragbare Kraft ist hier am größten) die Streckgrenze (ab hier treten irreversible Verformungen auf) erreicht; und die Verformung geht von dem elastischen in den plastischen Bereich über. Wenn die Schraube darüber hinaus belastet wird, ist das Material dauerhaft verformt; und die Schraube ist dauerhaft verlängert. Das sollte möglichst vermieden werden.

Gemäß der Normung für mechanische und physikalische Eigenschaften nach EN ISO 898-1 sind die Festigkeitsklassen 4.6, 5.6, 5.8, 6.8, 8.8, 10.9 und 12.9 gebräuchlich.

Nicht nur bei den Schrauben werden entsprechende Kennzeichen angegeben, auch bei den Muttern findet man diese Angaben!

..schau mal hier nach

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